Home  Produkte  Entwicklung   Fertigung    Über uns   Downloads
                        
 

Presse

 

Über uns

Über uns
Kontakt
Anfahrt
Händler-Deutschland
Händler-Weltweit
RMA
Stellenangebote
Presse
 

 

        

 
 

  

Messtechnik als Maßanzug
Kleiner, schneller, leichter – ein Trend im Maschinen- und Fahrzeugbau, der ohne angepasste Messsysteme nicht möglich wäre. Die Gesellschaft für Mikroelektronik Chemnitz mbH (GEMAC) entwickelt und produziert dafür seit mehr als zwölf Jahren Interpolationselektroniken. Die Schaltkreise sind sowohl robust und prozesstauglich als auch qualifiziert für höchste Dynamik bei höchster Messgenauigkeit. Diese sich scheinbar widersprechenden Forderungen müssen vor allem in Bahnsteuerungen und Positioniersystemen vereinbart werden.

Diese Qualität in der Messtechnik wird erreicht durch die Integration von Signalaufbereitungen in magnetischen und optischen Encodern. Optimiert wird dieses Konzept, indem die Positionsregler in die Antriebssysteme verlagert werden. Der Schlüssel dazu sind die Interpolationselektroniken. Zwischen Encoder und eigentlichem Positionsregler geschaltet, können sie nicht nur die Auflösung der Signale erhöhen. Sondern weltweit einzigartig arbeiten auch alle Interpolationssysteme der GEMAC mit einem integrierten automatischen Regelalgorithmus. Nur dadurch wird die Linearität der Messwerte und damit die volle Genauigkeit bei allen Interpolationsraten gewährleistet. Zusätzlich entbindet diese patentierte Regelung den Positionsregler vom aufwändigen Korrigieren der Encodersignale. Die Messergebnisse werden dadurch genauer und schneller ausgegeben.

Zurzeit sind auf dem Gebiet der Interpolationselektronik gegenläufige Trends zu beobachten. Auf der einen Seite sind sehr kleine, kostengünstige aber dennoch robuste und zuverlässige Interpolations-Schaltkreise gefragt. Integriert werden sollen sie in großer Stückzahl direkt in optische oder magnetische Encoder. Die geforderten Messgenauigkeiten werden durch eine gute Abstimmung zwischen Maßverkörperung, Sensor und Funktionsumfang der Interpolationselektronik erreicht. Diesen Bedarf deckt die GEMAC mit dem analogen Interpolations-IC GC-AIP40 ab (siehe Abbildung 1) . Mit diesem Schaltkreis wird die Auflösung des Maßstabes bis zu 40-fach vergrößert. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass ein vorgewählter Mindestflanke
nabstand am Ausgang nicht unterschritten wird. Dadurch kann jedes Auswertesystem angeschlossen werden. Passend zur Applikation können zusätzlich Filter für Eingangsstörungen konfiguriert werden.

Auf der anderen Seite werden Geräte gefordert, die die Messgenauigkeit bis zur Grenze des physikalisch Machbaren ausreizen. Sie sollen zum einen hochdynamisch in geschlossenen Regelkreisen arbeiten und robust sein. Zum anderen soll die Messgenauigkeit auch für Serienstückzahlen geeignet sein. Möglich wird dies mit Hilfe automatischer Kalibrier- und Diagnosefunktionen für das Gesamtsystem. Um diesen Forderungen gerecht zu werden, müssen ausgewählte mechanische und elektronische Komponenten eingesetzt werden. Die kostengünstigste Alternative sind maßgeschneiderte Interpolationselektroniken in Kombination mit jeder Art von Encodern. Die GEMAC erweitert dafür derzeit ihr Produktspektrum um das Interpolationsmodul IPM4000 und das Komplettgerät IPE16000.

Das IPM4000 bietet bei einer Eingangsfrequenz von 330kHz eine Interpolationsrate von bis zu 4096. Weltweit einmalig gewährleistet das Modul eine sehr geringe Verzögerungszeit von kleiner 4µs zwischen der Abtastung der Encodersignale bis zur Bereitstellung des Messwertes. In Kombination mit der schnellen Datenrate von 1.000.000 Messwerten pro Sekunde arbeitet das Modul optimal in geschlossenen Regelkreisen. Die Einheit IPE16000 ist ein skalierbares zwei- bis acht- Achssystem, das die Encodersignale bis zu 16384-fach interpoliert. Es gewährleistet höchste Messgenauigkeit bei allen Frequenzen bis 500kHz durch die automatische Korrektur von Amplitude und Offset sowie erstmals auch der Signalphase. Dazu wurde der GEMAC-Regelalgorithmus funktionell erweitert. In Abbildung 2 wird beispielhaft das Einschwingverhalten des Phasenreglers verdeutlicht: Der Interpolationsfehler (blaue Kurve) reduziert sich automatisch bei einer sprungartigen Änderung der Signalphase innerhalb weniger Sinusperioden auf den idealen Wert von ±0,5 Inkrementen. Die IPE16000 lässt Freiraum für die Implementierung von speziellen kundenspezifischen Kalibrieralgorithmen. Über eine USB2.0-Schnittstelle im High-Speed-Modus werden die Messwerte an einen PC übertragen. Damit gelingt
es erstmals, die Interpolationselektronik mit äußerst hoher Auflösung und Genauigkeit auch in PC-basierte Positionsregler zu integrieren.

Für ein wesentlich breiteres Einsatzspektrum sind die GEMAC-Interpolations-Schaltkreise GC-IP1000B (siehe Abbildung 3) und GC-IP200 ausgerichtet. Sie können dank der standardisierten Schnittstellen sowohl in Encodern als auch externen Interpolationseinheiten eingesetzt werden. Ausgeschöpft wird der volle Leistungsumfang der GEMAC-Interpolationsschaltkreise, indem anstelle der Quadratursignale (ABZ) der im Schaltkreis integrierte Zähler einsetzt wird. Die Zählwerte werden über ein einfaches Bus-fähiges serielles Interface (SPI) ausgelesen. Kombiniert mit einer schnellen Messwertspeicherung in zusätzlichen Registern ist die Schaltkreisfamilie der GEMAC auch für Systeme mit
mehreren Bewegungsachsen geeignet. Die Konfiguration und die Messwertübertragung erfolgen einerseits bei einem reduziertem Verkabelungsaufwand über den SPI-Bus auch zu einfachen Mikrocontrollern. Andererseits reagieren die Schaltkreise schnell auf externe Triggerereignisse, wie sie von Messtastern oder scannenden Systemen generiert werden. Die Interpolationsschaltkreise der GEMAC erlauben dadurch höchste Messgenauigkeit selbst bei höchster Dynamik des Gesamtsystems. Abgerundet wird die Funktionalität durch weitere Merkmale wie einstellbare Verstärkung, Konfiguration über einen EEPROM und eine umfangreiche Fehlererkennung für die Eingangssignale.

Die Produktpalette der GEMAC umfasst neben den Interpolations-IC GC-IP1000, GC-IP200, GC-AIP40 und den Evaluation-Kits für diese Schaltkreise auch magnetische Encoder. Des Weiteren bietet die GEMAC Interpolationsgeräte für ein großes Anforderungsspektrum an. Der Anwender kann zwischen einfachen Einachsgeräten im kleinen Profilgehäuse (IPE1000, IPE200, IPE40), dem Modul IPM4000 zur Integration in Bahnsteuerungen und Positioniersysteme, den 3-Achsen-PC-Karten (MVSPCI, ZKPCI) sowie den Mehr-Achs-Systemen MVS7 und IPE16000 passend für den jeweiligen Einsatzfall wählen. Insbesondere bei den Mehrachsystemen ist zusätzlich der direkte Anschluss von 3-D-Messtastern sowie schnellen scannenden Tastsystemen möglich.


 

Holger Friese (Entwicklungsingenieur für Messtechnik bei der GEMAC)
14. April 2008

 

 

 

 © 2009 GEMAC - Gesellschaft für Mikroelektronikanwendung Chemnitz mbH.